Inhaltsstoffe sind nicht mehr nur in Lebensmitteln ein großes Thema, sondern auch in Kosmetikprodukten. Bei der Vielfalt an verschiedenen Inhaltsstoffen kann man als Laie aber nur noch schwer den Durchblick behalten. Du willst die INCIs Deiner Kosmetik nicht nur lesen, sondern auch verstehen? Dann erfährst Du hier, was alles enthalten ist und welche Inhaltsstoffe schlecht für die Haut sein können.
Was sind Inhaltsstoffe eigentlich genau?
Inhaltsstoffe sind die Stoffe, welche in einem Lebensmittel oder Produkt enthalten sind. In Kosmetika unterscheidet man zwischen natürlichen und synthetisierten, das heißt im Labor hergestellten, Stoffen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe in Kosmetika sind Aqua (Wasser) oder Lipide (Fette) — Wasser und/oder Fette dienen sehr oft als Basis zahlreicher Produkte.
Was ist die INCI-Liste?
Umgangssprachlich wird INCI oft für Inhaltsstoffe verwendet, doch korrekt ist das nicht. INCI steht für „Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe". Die INCI-Liste ist eine Richtlinie dafür, wie Inhaltsstoffe auf Kosmetik angegeben werden müssen — und sorgt so für internationale Vergleichbarkeit.
Die gesetzliche Grundlage bildet das EU-Recht. Dieses schreibt vor, wie und in welcher Reihenfolge die einzelnen Inhaltsstoffe aufgelistet werden müssen. Die INCI-Kennzeichnung erfolgt meistens mittels englischer oder lateinischer Begriffe.
Über 10.000 Stoffe sind in Kosmetikprodukten in der EU zugelassen. Deshalb ist die INCI-Liste so wichtig — sie dient als Orientierungshilfe.
Wo findet man die INCI-Liste?
Normalerweise steht die INCI-Liste immer hinten auf dem Produkt, oft unter der Angabe „Ingredients". Bei sehr kleinen Produkten wie Nagellacken oder Lippenstiften passt die Liste nicht auf das Produkt — dann findet sich stattdessen ein Symbol auf der Verpackung, das anzeigt, dass die vollständige Liste auf der Umverpackung steht.
Kaufst Du Produkte online, solltest Du unbedingt darauf achten, dass die Inhaltsstoffe vollständig auf der Website angegeben sind. Seriöse, transparente Unternehmen tun das immer. Findest Du auf der Produktseite keine Inhaltsangabe, ist das ein schlechtes Zeichen. Eine Unterscheidung nach Wirkstoffen und Hilfsstoffen ist übrigens auch nicht hilfreich, denn dann kann man keine Rückschlüsse mehr über die verwendete Konzentration ziehen.
Inhaltsstoffe in Kosmetik richtig lesen und verstehen
Die INCI-Liste gibt nicht nur die enthaltenen Inhaltsstoffe an — man kann auch Rückschlüsse auf deren Konzentration ziehen. Inhaltsstoffe werden in absteigender Reihenfolge nach der verwendeten Menge angegeben: Was ganz oben steht, ist viel enthalten und bildet die Basis des Produktes, was ganz unten steht, ist nur in sehr geringer Menge enthalten.
Alle Inhaltsstoffe mit einem Anteil von unter 1 % können in beliebiger Reihenfolge angegeben werden. Wenn sehr viele Stoffe mit unter 1 % enthalten sind, kann ein beworbener Stoff dadurch weit oben platziert werden. Mehr dazu erklärt unser YouTube-Video.
Arten von Inhaltsstoffen
Es gibt verschiedene Arten von Stoffen, die sehr oft in Kosmetikprodukten vorkommen. Die wichtigsten haben wir hier zusammengefasst:
Feuchtigkeitsspender (Humectante): Diese Inhaltsstoffe helfen, Feuchtigkeit in die Haut zu transportieren und dort zu binden. Bekannte Beispiele sind Glycerin, Hyaluronsäure oder Pentylene Glycol.
Aktive Wirkstoffe: Das sind Inhaltsstoffe, welche die Haut durchdringen. Dazu zählen alle Säuren wie Fruchtsäuren (AHAs) und Salicylsäure (BHA), aber auch Retinol und dessen natürliche Alternative Bakuchiol. Wirkstoffe wie Niacinamid oder Vitamin C können das Hautbild nachhaltig verbessern und bei zahlreichen Hautproblemen helfen.
Fette und Öle: Neben Wasser sind Fette und Öle die Basis vieler Kosmetika. Sie sorgen dafür, dass die Haut wasserabweisend ist, verringern den transepidermalen Wasserverlust und schützen vor Austrocknung. Bekannte Beispiele sind Ceramide — die Fettbausteine unserer Haut — sowie Sheabutter, die viele Fettsäuren enthält, die natürlich in unserer Hautschutzbarriere vorkommen.
Konservierungs- und Hilfsstoffe: Eine gute Konservierung ist für die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Kosmetikprodukten entscheidend. Für die Konservierung werden oft Alkohole verwendet — wobei man zwischen guten und schlechten Alkoholen unterscheidet. Mehr dazu erfährst Du hier. Eine sehr gute Konservierung bietet zudem Pentylene Glycol, das wir bei FACES OF FEY verwenden. Als Hilfsstoffe gelten Emulgatoren, Stabilisatoren, Filmbildner und pH-Wert-Puffer.
Inhaltsstoffe übersetzen
Wie übersetzt man die Stoffe auf der INCI-Liste? Das ist je nach Stoff gar nicht so einfach — sie sind nicht auf Deutsch angegeben, sondern mit ihren INCI-Bezeichnungen: einer Mischung aus lateinischen Bezeichnungen aus der Botanik und englischen Begriffen aus der Chemie.
Pflanzenbestandteile findest Du immer unter ihrem botanischen Namen. „Butyrospermum Parkii Butter" bedeutet Sheabutter, „Cannabis Sativa Seed Oil" ist Hanfsamenöl. Manche Inhaltsstoffe sind auch unter ihrem INCI-Namen bekannt und damit leicht zu erkennen — etwa Niacinamid, Ectoin oder Ceramide.
Wenn Du Dir bei einzelnen Begriffen unsicher bist, schaue gerne in unser Inhaltsstofflexikon. Dort erklären wir, was sich hinter den oft unverständlichen Bezeichnungen verbirgt.
Inhaltsstoffe-Check
Bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetik
Es gibt zahlreiche Inhaltsstoffe, die in irgendeiner Weise als bedenklich gelten. Hierbei handelt es sich vor allem um PEGs (Tenside/Emulgatoren), Paraffine und Paraffin-Derivate (Formen von Erdöl), Duft- und Farbstoffe, Silikone, Mineralöle und Mikroplastik. Deshalb verwenden wir das alles in unseren Produkten nicht. Außerdem verzichtet FACES OF FEY auf Parabene, Hormone sowie tierische Rohstoffe. Mehr über die einzelnen Stoffe erfährst Du in unseren Blogbeiträgen zu Paraffinen, Parabenen, Duftstoffen und Mikroplastik.
Farbstoffe werden auf Kosmetika mit CI gekennzeichnet. CI steht für Colour Index. Nach dem CI folgt eine Zahl und ggf. ein Plus oder Minus — Letzteres gibt an, dass nicht zwingend alle aufgeführten Farbstoffe auch verwendet wurden.
Die INCI-Liste hilft Menschen mit Allergien dabei, auf allergieauslösende Stoffe wie Duft- und Farbstoffe zu verzichten. Grundsätzlich müssen Duftstoffe aber nicht einzeln aufgeführt werden — oft werden sie unter dem Begriff „Parfüm", „Perfume", „Fragrance" oder „Aroma" zusammengefasst. Es gibt jedoch 26 Duftstoffe, die ab einer gewissen Menge deklarierungspflichtig sind. Eine vollständige Liste findest Du hier.
Komedogene Inhaltsstoffe
Ob ein Inhaltsstoff komedogen wirkt, ist sehr individuell — weshalb man hier keine pauschalen Aussagen treffen kann. Aber vor allem Öle wirken bei vielen komedogen. Komedogene Inhaltsstoffe führen dazu, dass die Poren schneller verstopfen, wodurch leichter Mitesser, Pickel und Unreinheiten entstehen können. Mehr über das Thema erfährst Du in diesem Blogbeitrag.
3 Apps, um Inhaltsstoffe in Kosmetik zu checken
Hier sind drei Apps, die es erleichtern können, Inhaltsstoffe zu checken und zu verstehen:
Codecheck ist sowohl im Lebensmittel- als auch im Kosmetikbereich sehr bekannt. Mit dem Smartphone wird der Code auf der Verpackung gescannt oder eine Textsuche durchgeführt. Cosmile ist eine App der Seite haut.de — auch online können INCIs abgefragt werden. Die Cosmetic Ingredient Database der EU ist zwar keine App, aber in dieser Datenbank kann man einfach nach einzelnen Inhaltsstoffen suchen — hier geht es zur Datenbank.
Diese Apps und Datenbanken sind ein guter Anhaltspunkt. Du musst aber nicht jeden Stoff kennen, um Dir ein Bild über ein Produkt zu machen. Oft reicht es sich anzusehen, auf welcher Basis das Produkt hergestellt ist, ob die gewünschten Inhaltsstoffe vorhanden sind — und ob Stoffe enthalten sind, auf die man lieber verzichten möchte.
