Milien

Hautzustände

Milien entfernen – so wirst Du das nervige Grieskorn los

FACES OF FEY | Zuletzt aktualisiert: 05.04.2026 | Lesezeit ca. 6 min

Das Wichtigste in Kürze:

Milien sind weit verbreitet, denn es handelt sich hier um diese weißen kleinen Erhebungen um die Augen und auf den Wangen. Sie sind zwar nervig, aber absolut ungefährlich. In diesem Artikel erfährst Du, wie ein Grieskorn überhaupt entsteht, ob Hausmittel wirklich dagegen helfen und wie Du sie richtig vorbeugen kannst, damit sie erst gar nicht entstehen.

Milien entfernen – so wirst Du das nervige Grieskorn los

Milien sind weit verbreitet — es handelt sich um diese weißen kleinen Erhebungen um die Augen und auf den Wangen. Sie sind zwar nervig, aber absolut ungefährlich. In diesem Artikel erfährst Du, wie ein Grieskorn überhaupt entsteht, ob Hausmittel wirklich dagegen helfen und wie Du sie richtig vorbeugen kannst, damit sie erst gar nicht entstehen.

Was sind Milien?

Milien sind eine Art von unterirdischen Pickeln und umgangssprachlich auch bekannt als Grieskörner oder Hautgrieß. Fachlich spricht man von einer Epidermalzyste. Dabei handelt es sich um sehr kleine Zysten in der Epidermis (Oberhaut) — in der Regel stecknadelgroß, weißlich oder hautfarben und mit Keratin (Horn) gefüllt. Sie bilden sich spontan an den Enden von Talgdrüsen und treten sehr oft in Gruppen im Gesicht auf — meistens um die Augen und auf den Wangen.

Eine Milie ist nicht gefährlich und kann sich in einzelnen Fällen von selbst zurückbilden. Dennoch stellen Milien für viele Betroffene ein kosmetisches Problem dar.

Milie Grieskorn

Wie entstehen Milien?

Milien entstehen durch eine gestörte Zellteilung, bei der abgestorbene Hautzellen in der Hautoberfläche eingeschlossen werden. Sie können sich an den Ausgängen von Schweißdrüsen oder in den Haarfollikeln bilden. Das Grieskorn besteht aus Keratin, einem körpereigenen Protein, und ist daher sehr fest. Es hat keine Öffnung und verschwindet nicht so leicht von alleine.

Primäre oder sekundäre Milie?

In der Dermatologie wird zwischen zwei Arten von Milien unterschieden:

  • Primäre Milie: Bildet sich immer spontan, also ohne erklärbare Ursache. Sie kommt vor allem im Gesicht vor — sehr oft um die Augen, an den Schläfen und Wangen.
  • Sekundäre Milie: Entwickelt sich in Folge einer Hautverletzung oder Hautkrankheit — zum Beispiel nach einem Sonnenbrand oder nach einer Gürtelrose. Sie kann überall am Körper vorkommen, wo die Haut geschädigt wurde, und bildet sich mit dem Abheilen der Haut oft von selbst zurück.

Grieskorn – Ursachen und Symptome

Wie diese Studie zeigt, sind die Ursachen für die Entstehung von Epidermalzysten noch unklar. Es gibt die Vermutung einer erblichen Veranlagung, da innerhalb einer Familie häufig mehrere Mitglieder betroffen sind. Eine entscheidende Rolle könnten auch die Hormone spielen, da vor allem junge Frauen unter Hautgrieß leiden. Ob Milien mit einer Funktionsstörung der Leber zusammenhängen, ist bislang nicht bekannt — hier sind weitere Studien notwendig.

Grieskorn am Auge

Unter einem Grieskorn am Auge leiden sehr viele Menschen — diese Position gehört zu den häufigsten bei Betroffenen. Die Milie kann dabei um das Auge oder direkt auf dem Augenlid vorkommen. Letzteres kann je nach Größe des Grieskorns besonders unangenehm sein.

Grieskorn am Auge

Milien im Gesicht

Sehr verbreitet ist Hautgrieß auch an anderen Gesichtsstellen. Besonders betroffen sind die Schläfen und der obere Bereich der Wangen. Aber auch ein Grieskorn an der Lippe ist nicht ungewöhnlich. Obwohl Milien sehr oft in kleinen Gruppen vorkommen, kann man sie durchaus auch vereinzelt im Gesicht haben.

Milien beim Baby

Eine Epidermalzyste entsteht unabhängig vom Alter, weshalb bereits Babys von Milien betroffen sein können. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass Milien bei Babys nichts Außergewöhnliches sind — gerade bei Säuglingen können diese innerhalb weniger Wochen von alleine wieder verschwinden. Das Phänomen der Neonatalen Milien beschreibt ihr vermehrtes Auftreten bei Neugeborenen — vor allem an Stirn, Wangen und Nasenrücken.

Milien beim Baby

Milien selbst entfernen – darum kann man ein Grieskorn nicht ausdrücken

Milien haben keine Öffnung, sondern sind komplett von Haut umschlossen. Man kann ein Grieskorn nicht einfach ausdrücken wie einen Pickel. Eine unprofessionelle Behandlung kann zu Hautverletzungen und im Zuge dessen zu noch mehr Grieskörnen führen. Deshalb sollte man sich immer in professionelle Hände begeben — Kosmetikerin, Hautarzt oder Augenarzt.

Achtung

Besonders gefährlich ist es, Milien im Bereich des Auges oder direkt auf dem Augenlid selbst zu entfernen. Wir raten dringend davon ab — hier sollten unbedingt Hautärzte oder Augenärzte aufgesucht werden.

Wie kann man Milien entfernen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Milien zu entfernen. Eine professionelle Behandlung ist die sicherste und effektivste Methode. Dennoch kursieren verschiedene Hausmittel, die angeblich helfen sollen — wir haben sie recherchiert.

Helfen Hausmittel wirklich?

Milien unterscheiden sich sehr stark von normalen Pickeln. Sie haben keine Öffnung, sind mit Keratin gefüllt und die Haut ist normalerweise nicht entzündet. Daher helfen die folgenden Hausmittel nicht bei der Behandlung:

Teebaumöl gegen Milien

Teebaumöl gegen Milien: Teebaumöl ist ein ätherisches Öl ohne aktive Wirkung gegen Milien. Es kann die Milie weder entfernen noch vorbeugend wirken — im Gegenteil: Es wirkt oft reizend und trocknet die Haut aus, was die Entstehung von Milien sogar begünstigen kann.

Zahnpasta gegen Milien

Zahnpasta gegen Milien: Zahnpasta kann ebenso wenig helfen wie Teebaumöl. Sie ist für einen anderen Zweck formuliert und viel zu harsch für die Gesichtshaut.

Kokosöl gegen Milien

Kokosöl gegen Milien: Die falsche Pflege kann zur Bildung von Grieskörnen beitragen — und Kokosöl gehört dazu. Es ist sehr reichhaltig und kann dazu führen, dass Hautzellen nicht richtig abgestoßen werden und die Haut noch mehr verhornt. Das trifft auch auf sehr reichhaltige Pflegecremes zu.

Professionelle Behandlung und Kosten

Eine professionelle Behandlung ist die sicherste und schnellste Methode. Das Grieskorn wird entweder mit einem speziellen Messer bzw. einer Kanüle oder mit dem Laser behandelt.

Bei der Messer- oder Kanülenmethode wird die Haut leicht angeritzt, sodass der enthaltene Hornpfropfen herausgedrückt werden kann. Zurück bleibt ein roter Punkt, der schnell abheilt. Bei der Laserbehandlung wird die oberste Hautschicht abgetragen — danach bildet sich leichter Schorf, der innerhalb weniger Tage abfällt und neue, von Grieskörern befreite Haut freigibt.

Da es sich um ein rein kosmetisches Problem handelt, übernehmen die Krankenkassen keine Kosten. Eine Kosmetikerin berechnet ca. 20 Euro, ein Hautarzt bis zu 50 Euro und eine Laserbehandlung rund 80 Euro — je nach Anzahl der zu entfernenden Milien.

Die richtige Hautpflege bei Milien

Die richtige Hautpflege kann Milien zwar nicht wegzaubern, aber sehr wohl dabei helfen, sie vorzubeugen.

Milde Reinigung

Eine Epidermalzyste entsteht durch abgestorbene Hautzellen, die in der Haut eingeschlossen werden. Deshalb ist eine gründliche Reinigung sehr wichtig — Schmutz, Schweiß und alle Produkt- oder Make-up-Rückstände sollten komplett entfernt werden. Ein mildes Reinigungsprodukt wie ein Reinigungsschaum ist hier die richtige Wahl. Zusätzlich kann man auch einen Konjac-Schwamm verwenden.

Retinol gegen Milien

Retinol (Vitamin A) oder chemische Peelings mit AHA oder BHA können sehr gut gegen Hautgrieß helfen. Diese aktiven Wirkstoffe beschleunigen die Zellteilung und helfen dabei, abgestorbene Hautzellen abzustoßen. Damit sind sie eine wirksame Vorbeugung von Milien.

Achtung

Aktive Wirkstoffe sind sehr stark und die Haut muss sich einige Zeit daran gewöhnen. Bei Milien kommt es aber nicht zu einer Erstverschlimmerung, weil sich keine Entzündungen unter der Haut befinden.

Gib Deiner Haut Feuchtigkeit

Trockene Haut kann ein Grieskorn entstehen lassen, zu reichhaltige Pflege aber auch. Deshalb ist es wichtig, die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen, ohne zu fettende Cremes zu verwenden. Ein Feuchtigkeitsserum auf Wasserbasis ist hier eine gute Wahl — es ist leichter auf der Haut. Enthaltene Feuchtigkeitsspender wie Hyaluronsäure oder Urea sind ideal.

Sonnenschutz ist das A und O

Milien können sich durch zu viel UV-Strahlung verschlimmern, weshalb Sonnenschutz das A und O ist. Auch im Winter solltest Du deshalb täglich einen Sonnenschutz mit mindestens SPF 30 tragen.

Häufige Fragen