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Freie Radikale und Antioxidantien – alle Zusammenhänge erklärt

Freie Radikale und Antioxidantien

Freie Radikale sind Zwischenprodukte unseres Stoffwechsels und können unseren Zellen schaden. Wir erklären alle Zusammenhänge zwischen freien Radikalen und Antioxidantien, was oxidativer Stress ist und wie bestimmte Wirkstoffe in Kosmetika helfen. Außerdem klären wir die Frage, ob Antioxidantien schädlich sind und in welchen Lebensmitteln sie vorkommen.

Was sind freie Radikale?

Sie sind ein Zwischenprodukt unseres Stoffwechsels und sind in jeder Zelle unseres Körpers vorhanden. Es handelt sich hier um Moleküle, Ionen oder Atome. Diese haben jedoch nur ein Elektron und sind dazu noch hochreaktiv. Reaktivität beschreibt in der Chemie die Fähigkeit, eine chemische Reaktion einzugehen.

Diese Stoffe mit ungepaarten Elektronen wollen einem anderen Molekül, Ion oder Atom ein Elektron wegnehmen. Bei deren Reaktion bilden sich neue Radikale, die wiederum anderen Stoffen ein Elektron entreißen wollen. So entsteht eine Kettenreaktion und es entstehen immer mehr freie Radikale im Körper.

Das führt zum sogenannten oxidativen Stress. Es entsteht somit ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und sogenannten Radikalfängern. Dieser Zustand kann den Körper auf lange Zeit schädigen.

Freie Radikale können oxidativen Stress verursachen.

Ursachen von freien Radikalen

Die Ursachen von freien Radikalen sind vielseitig. Es kann sich dabei um äußere Einflüsse sowie um innere Ursachen handeln. Man spricht hier auch von exogenen (=äußeren) und endogenen (=inneren) Auslösern.

  • Exogene Auslöser: Äußere Einflüsse auf die Bildung und Vermehrung von freien Radikalen gibt es viele. Beispiele hierfür sind: UV-Strahlung, radioaktive Strahlung, Luftverschmutzung, übermäßige Hitze, Zigarettenrauch, Pestizide und andere Umweltgifte.
  • Endogene Auslöser: Bei jedem Stoffwechselprozess, welche mit Hilfe von Sauerstoff ablaufen, entstehen freie Radikale als Nebenprodukt. Dieser Vorgang ist völlig normal und schadet dem Körper nicht. In manchen Situationen werden jedoch vermehrt freie Radikale gebildet. Das kann beispielweise durch einen erhöhten Energiestoffwechsel beim Sport passieren.

Folgen von freien Radikalen auf die Haut

Freie Radikale haben Folgen auf die Haut.

Freie Radikale produziert unser Körper rund um die Uhr – jedoch kommt es ganz klar auf die vorhandene Menge in unseren Zellen an. In kleinen Mengen schaden sie unserem Körper und unserer Haut nicht. Größere Mengen an freien Radikalen schädigen jedoch für die Funktion der Zelle wichtige Moleküle wie beispielsweise die DNA, die RNA oder Proteine und Lipide (=Fette). In der Theorie der freien Radikale führen die stetige Vermehrung geschädigter Zellen zur Beschleunigung von Alterungsprozessen. Diese Schäden sind auch auf Hautebene sichtbar, denn es kann zu folgenden Hautproblemen kommen:

  • Falten
  • Trockene Haut
  • Pigmentflecken
  • Sogenannte Altersflecken (=Form von Pigmentflecken)
  • Weniger Elastizität in der Haut

Diese Hautschäden entstehen, weil sich freie Radikale das fehlende Elektron von wichtigen Molekülen für die Haut nehmen wie zum Beispiel von unseren Kollagenmolekülen. Dadurch wird der Aufbau des Kollagens beschädigt und neues Kollagen kann nicht produziert werden. Dieser Stoff sorgt in unserer Haut aber für deren Spannkraft, weshalb die Haut an Elastizität verliert und sich leichter Falten bilden.

Wusstest Du, dass…?

Es die Theorie der freien Radikale gibt. Diese ist ein Erklärmodell für den Alterungsprozess aller Organismen. Sie ist auf der These begründet, dass die Entstehung freier Radikale die Grundlage für den Alterungsprozess von Zellen ist.

Weitere Auswirkungen

Freie Radikale können im ganzen Körper Schaden anrichten – nur nicht in der Haut. Eine Vermehrung dieser führt zu oxidativem Stress, welcher das Risiko für zahlreiche Erkrankungen erhöht wie beispielsweise koronare Herzerkrankungen, rheumatische und neurodegenerative Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall.

Es kann auch zu Entzündungen oder Störungen des Immunsystems kommen. Grauer Star, Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus, Parodontitis und Autoimmunerkrankungen können ebenso Auswirkungen von zu viel oxidativem Stress sein.

Aber freie Radikale können auch noch weitreichendere Folgen haben. Gibt es Veränderungen auf Zellebene der DNA, können Mutationen und andere Schäden entstehen, die im schlimmsten Fall zu degenerativen (=verfallend) Erkrankungen oder Krebs führen.

Achtung: Freie Radikale sind ein wichtiger Bestandteil in zahlreichen Stoffwechselvorgängen. Beispielsweise dienen sie der Immunabwehr, denn weiße Blutkörperchen und Fresszellen zerstören mit ihrer Hilfe Bakterien. Das heißt, freie Radikale sind nicht nur schädlich, sondern in kleinen Mengen sehr wichtig für unseren Körper.

Antioxidantien wirksam im Kampf gegen freie Radikale

Antioxidantien helfen im Kampf gegen freie Radikale. Doch warum ist das so? Hier erfährst Du alle Zusammenhänge ganz einfach erklärt.

Wusstest Du, dass…?

Oxidation eine chemische Reaktion ist. Bei dieser gibt ein Molekül, Ion oder Atom Elektronen ab.

Was sind Antioxidantien?

Freie Radikale wirken auf einen Apfel.

Antioxidantien, auch Antioxidans oder Antioxidationsmittel genannt, sind chemische Verbindungen, die die Oxidation anderer Stoffe verlangsamen oder verhindern können.

Das Phänomen der Oxidation lässt sich gut an zwei Apfelhälften beobachten. Der rechte Apfel verfärbt sich braun, weil er mit Sauerstoff reagiert und somit oxidiert. Der linke Apfel verfärbt sich nicht, weil er zuvor mit Zitronensaft beträufelt wurde und die darin enthaltene Ascorbinsäure (Vitamin C) antioxidativ wirkt. Das heißt, das Antioxidans Vitamin C verhindert die Oxidation und der Apfel behält seine ursprüngliche Farbe.

Wirkung von Antioxidantien

Freie Radikale können von Antioxidantien unschädlich gemacht werden.

Antioxidantien sind sogenannte Radikalfänger. Das bedeutet sie reagieren mit freien Radikalen, indem sie freiwillig eines ihrer Elektronen abgeben und somit die Schädigung anderer Zellen verhindern.

Antioxidantien wirken jedoch meistens nicht isoliert, sondern als eine Art antioxidatives Netzwerk mit anderen Antioxidantien zusammen. Bestandteile dieses Netzwerkes sind auch verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Demnach sind Antioxidantien sehr wirksam im Kampf gegen freie Radikale und somit auch gegen oxidativen Stress und dessen Folgen, wie diese Studie bestätigt.

Antioxidative Wirkstoffe in der Hautpflege

Freie Radikale haben schädliche Auswirkungen auf die Haut und beschleunigen deren Alterungsprozess. Doch es gibt zahlreiche antioxidative Wirkstoffe wie Niacinamid, Grünteeextrakt, Tocopherol (Vitamin E), Vitamin C oder Resveratrol, die die Haut vor freien Radikalen schützen.

Antioxidantien in Serum, Creme und Kosmetikprodukten

Antioxidative Wirkstoffe in Seren, Cremes und Kosmetikprodukten können sehr wirksam im Kampf gegen freie Radikale sein. Dabei solltest Du vor allem auf die Qualität, vorhandene Konzentration und die anderen Inhaltsstoffe des Produktes achten. In zahlreichen Produkten sind nämlich Duftstoffe enthalten, die die Haut irritieren oder zu Reizungen führen können.

Achtung: Die Art der Verpackung spielt hier eine wichtige Rolle, da Anti Aging Produkte oft in Tigeln oder Pipettenflaschen verkauft werden. Das ist aber ein großes Problem, denn so kommen die wertvollen Inhaltsstoffe ständig mit Sauerstoff in Kontakt und es passiert genau das gleiche wie mit dem Apfel. Folglich werden die Kosmetikprodukte nach mehrmaligem Öffnen unwirksam.

Niacinamid ist ein wahrer Power-Wirkstoff, der viele positive Eigenschaften hat. Seine entscheidende Wirkung ist hier jedoch die Wirkung als Antioxidans. Niacinamid schützt die Haut effektiv vor freien Radikalen und stärkt zugleich die Hautschutzbarriere.

NIACINAMIDE

Vitamin B3

Niacinamid

Niacinamid oder Nicotinamid ist eine Form des Vitamin B3. Es vermindert Hautschäden, die durch freie Radikale verursacht werden und die Haut altern lassen. Außerdem eignet es sich hervorragend zum Einsatz gegen vergrößerte Poren, einen unebenen Teint oder feine Fältchen.

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Auch Tocopherol (Vitamin E) wirkt antioxidativ und ist deshalb ein super Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten. Vitamin E wirkt zellschützend und schützt die Haut vor negativen Einflüssen durch freie Radikale. Tocopherol wird häufig auch Gesichtsölen zugesetzt, um deren Haltbarkeit zu erhöhen.

Antioxidantien und Vitamin C – Powerwirkstoffe in Kosmetika

Vitamin C ist eines der bekanntesten Antioxidantien. Es kommt deshalb in zahlreichen Kosmetikprodukten vor und findet in unterschiedlichster Form Verwendung.

Es gibt verschiedene Formen von Vitamin C, weshalb Du darauf beim Kauf besonders achten solltest. Eine gute Wahl ist Ethyl Ascorbinsäure, weil dieses Derivat (chemische Verbindung) nicht erst umgewandelt werden muss und allgemein sehr verträglich ist. Vitamin C unterstützt die Bildung von Kollagen, welches durch freie Radikale beschädigt werden kann. Zudem hilft es gegen Pigmentflecke und unreiner Haut.

3-O-ETHYL ASCORBIC ACID

Vitamin C

Vitamin C, 3-O-Ethyl Ascorbic Acid, Citric Acid, Sodium Citrate

Ethyl Ascorbinsäure ist eine besondere Form von Vitamin C. Sie ist besonders wirksam, da sie in der Haut nicht erst in die reine Ascorbinsäure umgewandelt werden muss. Zusätzlich ist diese Form von Vitamin C sehr verträglich. Vitamin C unterstützt die Bildung von Kollagen und wird gerne bei Pigmentflecken und Unreinheiten eingesetzt.

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Unterschiedliche Arten von Antioxidantien

Antioxidantien lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Einerseits gibt es vom Körper gebildete Antioxidantien wie beispielsweise Enzyme oder Hormone. Andererseits können sie von außen über die Nahrung dem Körper zugeführt werden.

Antioxidantien in Lebensmitteln

Vor allem in Obst, Gemüse und Nüssen kommen zahlreiche Antioxidantien vor. Hier handelt es sich zum Beispiel um Vitamin C und E, Selen, Beta-Carotin oder OPC (Resveratrol). Das bedeutet, eine pflanzliche Ernährung ist meistens reich an antioxidativen Wirkstoffen.

Achtung: Gemüse und Obst bieten zwar viele Antioxidantien, diese sind aber meistens in oder direkt unter der Schale. Deshalb ist es sehr wichtig die Schale auch mitzuessen.

Wo kommt welches Antioxidans vor?

  • Vitamin C kommt zum Beispiel in Orangen, Paprika und grünem Gemüse vor
  • Vitamin E ist in einigen Ölen wie Olivenöl oder Rapsöl enthalten
  • Carotinoide sind hauptsächlich in Karotten, Eiern und Tomaten enthalten
  • Resveratrol und andere Antioxidantien kommen in Kaffee vor
Freie Radikale und Antioxidantien

Antioxidantien in Nahrungsergänzungsmitteln

Antioxidantien kommen in vielen Nahrungsergänzungsmitteln vor. Inwieweit einzelne Antioxidantien in Nahrungsergänzungsmitteln vor Krankheiten und Folgen von oxidativem Stress schützen, ist nicht bewiesen. Auch gibt es keine Belege, die positive Wirkungen von Radikalfängern bei körperlichen Belastungen beweisen. Nahrungsergänzungsmittel für die Haut einzunehmen kann sinnvoll sein, ideal ist aber eine Verbindung von Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetikprodukten. Bei Letzteren wird der Wirkstoff nämlich direkt auf die Haut aufgetragen und kann dort wirken.

Sind Antioxidantien schädlich?

Eine Frage, die immer wieder aufkommt, ist ob Antioxidantien nicht vielmehr schädlich für unseren Körper sind. Diese Frage kann nicht abschließen geklärt werden, denn die Studienlage ist kontrovers. Es gibt zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit von Antioxidantien bestätigen, aber keine negativen Auswirkungen berichten. Diese Studien beziehen sich aber eine orale Einnahme beziehungsweise auf Nahrungsergänzungsmittel und nicht auf Kosmetikprodukte oder eine äußere Anwendung von Antioxidantien auf der Haut.

Andere Studien wie diese hier zeigen auf, dass Antioxidantien keine vorbeugenden Wirkungen haben. In gut ernährten Gesellschaften können sie sogar schädlich sein oder eine zusätzliche Supplementierung unerwünschte Folgen nach sich ziehen. Das heißt, die Menge an Antioxidantien, die wir durch die Ernährung aufnehmen scheint vollkommen ausreichend zu sein. Dementsprechend sollte eine Einnahme von Antioxidantien immer mit einem Arzt abgesprochen werden.

Achtung: Vor allem Krebspatienten wird von Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln abgeraten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schließt nicht aus, dass diese die Chemo- oder Strahlentherapie beeinträchtigen können.

Wie Antioxidantien im Körper wirken, hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits spielt die Menge eine entscheidende Rolle, andererseits die körperliche Beschaffenheit. Außerdem treffen diese Risiken lediglich auf orale Produkte zu und nicht auf antioxidative Wirkstoffe in Kosmetikprodukten zu. Diese sind – richtig formuliert – nicht schädlich, sondern schützen die Haut vor freien Radikalen.

Unser Fazit

Freie Radikale schädigen in zu großer Menge nicht nur unsere Haut, sondern unseren ganzen Körper. Meistens reicht es aus genügend Obst und Gemüse zu essen, um ausreichend Antioxidantien über die Nahrung aufnehmen zu können. Ob und inwieweit eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist, solltest Du mit einem Arzt absprechen.

Für die Haut haben Antioxidantien jedoch sehr viele positive Wirkungen, die vor allem den Alterungsprozess – verursacht durch freie Radikale – verlangsamen. Es gibt zahlreiche antioxidative Wirkstoffe wie Niacinamid, Tocopherol (Vitamin E) oder Vitamin C, die die Haut sehr gut vor freien Radikalen schützen. Hast Du schon einmal antioxidative Wirkstoffe verwendet? Das würde uns sehr interessieren und kommentiere gerne alle Deine Fragen unter diesem Artikel.

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