Atopisches Ekzem

(atopische Dermatitis)

Atopisches Ekzem (atopische Dermatitis)

Ein atopisches Ekzem betrifft leider immer mehr Menschen. Unter einer atopischen Dermatitis (Neurodermitis) leiden auch viele Erwachsene, was der immense Anstieg der Erkrankung um das 4- bis 8-Fache in den letzten Jahrzehnten zeigt. In diesem Artikel erklären wir, was die Krankheit eigentlich ist, wo sie häufig auftritt und was man dagegen tun kann.

Was ist eine atopische Dermatitis?

Die Begriffe atopisches Ekzem, atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem meinen alle ein und dieselbe Krankheit. Besser bekannt ist sie unter dem Namen  Neurodermitis. Hierbei handelt es sich um eine genetische, chronische sowie wiederkehrende Entzündung der Haut. Diese äußert sich in der Regel in trockenen und juckenden Hautausschlägen. Doch was genau ist damit gemeint und was heißt eigentlich atopische Haut?

Grundsätzlich gehört Neurodermitis zu den Erkrankungen des sogenannten atopischen Formenkreises. Dieser umfasst eine Gruppe von Erkrankungen, welche eine übermäßige Reaktion des Immunsystems auslösen. Das kann beispielsweise durch Allergene oder andere reizende Stoffe passieren. Zu dieser Gruppe gehören neben dem atopischen Ekzem auch noch allergisches Asthma, eine allergische Bindehautentzündung, Heuschnupfen, eine Hausstaubmilbenallergie und verschiedene Nahrungsmittelallergien.

Symptome

  • trockene bis sehr trockene Haut
  • Rötungen und Reizungen
  • Starker Juckreiz
  • Leichte Hautausschläge bis starke Ekzeme
Normale Haut Erklärgrafik
Atopisches Ekzem Erklärgrafik

Das Wort „Atopie“ bezeichnet hier eine Überempfindlichkeit von Haut sowie Schleimhäuten gegenüber äußeren Umwelteinflüssen. Eine atopische Haut reagiert demnach sofort auf äußere Faktoren. Bei einem atopischen Ekzem wird die Haut also viel schneller gegenüber z.B. Allergen sensibilisiert.

Atopisches Ekzem Bilder – so sieht die Krankheit aus

Atopisches Ekzem auf der Kopfhaut

Atopisches Ekzem auf der Kopfhaut

Diese Krankheit trifft nicht selten auf der Kopfhaut auf. Das liegt daran, weil durch die Haare schlechter Luft an die Haut gelangt und so mehr Feuchtigkeit entsteht. Diese Umgebung kann schneller zu einer gestörten Barrierefunktion der Haut führen und Allergene können leichter eindringen.

Atopisches Ekzem im Gesicht

Atopisches Ekzem im Gesicht

Oft kommt ein atopisches Ekzem leider auch im Gesicht vor. Das ist für die Betroffenen meistens besonders belastend, weil die Krankheit für jeden sofort ersichtlich ist. Wie man hier im Bild sieht, ist die atopische Dermatitis gerade akut. Denn die Haut ist in einem wenig abgegrenzten Bereich gerötet und leicht geschwollen. Vereinzelt kann sie auch kleine Bläschen aufweisen. Im chronischen entzündlichen Stadium sind einzelne Hautstellen bereits verdickt und es kommt zu Schuppenbildung. Das wird auch als Lichenifikation (Flechtenbildung) bezeichnet.

Atopisches Ekzem an der Hand

An anderen Stellen

Am Körper kommt atopische Dermatitis besonders in den Gelenkbeugen (Ellenbogen, Kniekehlen, Handgelenkbeugen) vor. Das kann einerseits an der Feuchtigkeit liegen, die dort schneller entsteht. Andererseits ist die Haut dort grundsätzlich dünner und empfindlicher.

Sehr oft entstehen zudem atopische Handekzeme (siehe Bild). Weit verbreitet sind diese in den Handinnenflächen und Fingerseitenkanten. Oft entstehen hierbei kleine Bläschen, welche aufplatzen und wieder eintrocknen. Betroffene merken dies anhand einer trockenen, schuppigen Haut an diesen Stellen.

Typisch ist ein atopisches Ekzem am Auge beziehungsweise Augenlid und am Fuß. An den Füßen äußert es sich jedoch ein bisschen anders: nässend, sehr trocken und schuppend. Die atopische Dermatitis kann hier mit tiefen Einrissen am hinteren Fußballen verbunden sein, was auch als sogenannter „Winterfuß“ gilt.

Bei akuten Schüben im Gesicht kann unsere Silbermaske die gestresste Haut effektiv beruhigen. Neben Mikrosilber enthält die Maske noch weitere beruhigende Inhaltsstoffe wie beispielsweise Süßholzwurzel, Hamamelis und Panthenol. Mikrosilber ist der Leitwirkstoff unserer Silbermaske und wirkt antibakteriell, antientzündlich und pflegend. Außerdem vermindert es sichtbar Rötungen und Reizungen der Haut.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ekzem und Neurodermitis?

Ein Ekzem ist eine Art Überbegriff für mehrere Erkrankungen, denn es gibt keinen Aufschluss über die Ursachen und den Verlauf. Unter dem Begriff Ekzem lassen sich folgende Hauterkrankungen zusammenfassen, die eine Entzündung der Epidermis (Oberhaut) und der oberen Dermis (Lederhaut) aufweisen und nicht infektiös, das heißt nicht ansteckend sind. Folglich können bei einer Erkrankung wie Neurodermitis verschiedene Ekzeme auftreten wie zum Beispiel ein Kontaktekzem.

Wusstest Du, dass…?

…ein Kontaktekzem eine Entzündung der Haut ist, welche durch Allergene oder Reizstoffe ausgelöst wird, sobald die Haut mit diesen in Berührung kommt. Man unterscheidet hier das allergische und das toxische Kontaktekzem. Mehr Informationen bekommst Du hier.

Atopisches Ekzem: Ursachen

Für ein atopisches Ekzem gibt es sehr viele verschiedene Ursachen. Meistens ist es eine Verbindung von endogenen (inneren) und exogenen (äußeren) Faktoren. Grundsätzlich liegt aber eine Störung der Barrierefunktion der Haut (Mikrobiom) vor. Das macht sie anfälliger für Bakterien, Keime etc. wodurch leichter Infektionen und Allergien entstehen können. Generell tritt Neurodermitis oft in Verbindung mit allergischen Erkrankungen auf. Auch Stress spielt eine große Rolle dabei, wie oft und wie schwer die Neurodermitis Schübe auftreten. Eine Überbesiedlung des Bakteriums namens Staphylococcus aureus kann diese zudem auslösen wie der Deutsche Neurodermitis Bund e.V. berichtet

Atopische Dermatitis beim Baby

Besonders bei Babys, die unter dieser Erkrankung leiden, ist die Genetik ausschlaggebend. Das Risiko daran zu erkranken ist stark erhöht, wenn ein oder beide Elternteile ebenfalls davon betroffen sind. Generell sind Babys und Kinder mit 20 Prozent viel häufiger von Neurodermitis betroffen als Erwachsene mit 3 Prozent.

Einige andere Faktoren, welche die Entstehung fördern können, sind: Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen und die zunehmende Luftverschmutzung. Auch das Rauchen der Mutter kann das Risiko für ein atopisches Ekzem erhöhen. Bislang viel zu wenig Beachtung haben hier aber Duftstoffe und ätherische Öle erhalten. Viele davon sind nämlich hochallergen und können möglicherweise durch den vermehrten Konsum in der Schwangerschaft die Entstehung von Neurodermitis begünstigen. Zu dieser Thematik fehlen jedoch noch fundierte Studien, die diese These belegen.

Atopische Dermatitis Baby

Die Begleiterscheinung Asthma

Sowohl allergisches Asthma und eine allergische Bindehautentzündung gehören wie atopische Dermatitis zum atopischen Formenkreis. Der Zusammenhang zwischen diesen Krankheiten wurde bereits in mehreren Studien untersucht. Diese Studie stellt klar eine Verbindung zwischen einem atopischen Ekzem und Asthma dar. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine allergische Bindehautentzündung und / oder allergisches Asthma in Folge dieser Hauterkrankung auftritt.

Atopische Dermatitis beim Hund

Auch Tiere – insbesondere Hunde – können unter einem atopischen Ekzem leiden. Häufig betroffen sind hier Gesicht, Pfoten und Bauch des Hundes. Auch bakterielle Infektionen können eine Begleiterscheinung dieser Krankheit sein. Ähnlich wie beim Menschen beginnt diese Erkrankung schon sehr früh, das heißt in den ersten Lebensjahren des Tieres. Ursachen sind auch hier hauptsächlich allergische Reaktionen auf Schimmelpilze, Staubmilben oder Pollen von Gräsern und Bäumen. Weitere Informationen bekommst Du hier.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung eines atopischen Ekzems. Diese unterscheiden sich je nach Ausprägung der Hauterkrankung:

  • Der Haut täglich viel Feuchtigkeit zuführen und diese gut einschließen
  • Lokale Behandlung der Entzündung mittels Kortisons
  • Kontrollieren des Juckreizes durch Medikamente wie Antihistaminika oder andere Therapien
  • Bei schweren Schüben und / oder sehr schweren Fällen eine Antibiotika-Behandlung machen und zusätzliche Medikamente einnehmen

 Atopisches Ekzem – Die richtige Salbe finden

Grundsätzlich ist es bei atopischer Dermatitis sehr wichtig, die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen und diese auch in der Haut zu halten. Nach dem Gesicht waschen, baden oder duschen sollte deshalb eine reizarme Feuchtigkeitspflege aufgetragen werden. Da die Hautbarriere bei Neurodermitis Patienten aber nicht intakt ist (gestörte Hautbarriere), muss eine okklusive (verschließende) Schicht in Form von Vaseline oder Sheabutter aufgetragen werden. Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit die Feuchtigkeit in der Haut bewahrt werden kann.

Cremes oder Seren mit Glycerin und Urea sind für die Behandlung von einem atopischen Ekzem sehr gut geeignet. Unser Feuchtigkeitsserum enthält diese Inhaltsstoffe und ist zudem sehr leicht auf der Haut. Auch eine Creme mit Mikrosilber kann unterstützend verwendet werden und entzündliche Hauterkrankungen nachweislich verbessern.

Atopisches Ekzem Vorher Nachher FACES OF FEY

Vorher-Nachher-Bild einer Kundin, bei der das Deep Hydrating Serum einen Neurodermitis-Schub abgemildert hat

Atopisches Ekzem – Behandlung mit Medikamenten

Ein atopisches Ekzem kann lokal mit einer Kortisoncreme behandelt werden. Dabei ist die richtige Anwendung aber entscheidend. Die Creme sollte ausschließlich auf den betroffenen Stellen aufgetragen werden und so lange benutzt werden, bis die Haut vollständig abgeheilt ist. Erst danach kann man das Kortison absetzen und die Haut hat die Chance sich vollständig zu erneuern.

Alternativ zur Kortisonbehandlung gibt es seit ein paar Jahren sogenannte immunmodulierende Therapien. Hier verwendet man Cremes mit Calcineurininhibitoren (Arzneistoffe zur Unterdrückung des Immunsystems). Diese gelten als genauso wirksam, sollen jedoch hautfreundlicher sein.

Weitere Medikamente zum Einnehmen bei atopischer Dermatitis sind antiseptische oder antibiotische Mittel. Diese müssen jedoch – genauso wie eine Kortisoncreme – von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben werden. Auch Antihistaminika oder Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems sind verschreibungspflichtig.

Atopische Dermatitis in den Griff bekommen – Unsere Tipps

  • Sanfte Reinigung: Eine milde, ph-neutrale Reinigung ist die Basis. Seife sollte man auf keinen Fall verwenden, weil diese den ph-Wert unserer Haut verändert sowie die Hautschutzbarriere zerstört und diese ist bei einem atopischen Ekzem bereits angegriffen.

  • Duft- und Farbstoffe vermeiden: Duft- und Farbstoffe sind oft hochallergen und können zu Hautreizungen führen. Gerade bei Neurodermitis ist eine Verwendung nicht zu empfehlen.

  • Atopisches Ekzem und eine ausgewogene Ernährung: Diese Hauterkrankung geht oft mit anderen Allergien einher. Oft haben Betroffene bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Beispiele hierfür sind Kuhmilch, Eier, Fisch, Soja, Weizen oder Nüsse. Auch andere hochallergene Lebensmittel wie Tomaten, Erdbeeren oder Zitrusfrüchte werden von Patienten mit einem atopischen Ekzem oft nicht vertragen. Farbstoffe und Konservierungsmittel können in verarbeiteten Lebensmitteln ebenfalls eine Rolle spielen.

  • Stress reduzieren: Stress ist ein großer Trigger für Neurodermitis und kann ganze Schübe auslösen. Deshalb ist es sehr wichtig sich Zeit für sich selbst zu nehmen (Stichwort Self Care) und Ruhephasen in den Alltag einzubauen.

  • Die richtige Kleidung: Atmungsaktive Kleidung ist empfehlenswert, weil dadurch das Schwitzen minimiert wird. Feuchtigkeit und Schwitzen allgemein verschlimmern nämlich den Hautausschlag sehr oft. Baumwollkleidung ist hier empfehlenswerter als Wollkleidung.

  • Auf Waschmittel und Weichspüler achten: Viele dieser Mittel hinterlassen Rückstände auf der Kleidung, welche dann auf die Haut gelangen. Daher sollte die Kleidung einerseits sehr gut gespült, andererseits sollten milde, reizarme Waschmittel verwendet werden. Auf Weichspüler sollte man gegebenenfalls verzichten.

Darum leiden immer mehr Menschen unter einem atopischen Ekzem

Atopisches Ekzem und jetzt? Diese Fragen stellen sich vermutlich immer mehr Menschen, doch die Ursachen, warum diese Erkrankung mittlerweile so häufig auftritt, sind noch nicht abschließend geklärt. Geheilt werden kann diese Krankheit leider nicht vollständig, aber man kann eine enorme Verbesserung erreichen. Patienten mit atopischer Dermatitis müssen leider viele Dinge beachten und auch auf manches verzichten, aber mit einer sanften Reinigung, genügend Feuchtigkeit und dem Verzicht auf allergene Stoffe kannst Du sehr viel erreichen. Wir hoffen sehr, dass Dir dieser Beitrag und unsere Tipps weitergeholfen haben.